Deutsche Politikerinnen verlangen was
Fast hätte ich meinen Morgenkaffee über die Tastatur geprustet. Vor Lachen. Deutsche Politikerinnen verlangen nicht nach einem neuen Veggie-Day, nein, sie verlangen, dass der amarikanische Präsidentschaftskandiadat Donald Trump "aus dem Rennen genommen wird", weil er, wie sollte es anders sein, "sexistisch" sei. Normalerweise wird mir leicht übel, wenn ich Claudia Roth nur sehe, heute erheitert sie mich kollossal. Sie meint nämlich, Trump sei "triebgesteuert und ein echtes Sicherheitsrisiko". Herrlich. Geistig normalen Menschen fallen bei diese Attributen viele Vorkommnisse in Deutschland nach September 2015 ein, die der Sache sehr nahe kommen. An Donald Trump denken diese normalen Menschen zunächst nicht. Donald Trump hat nur eine Bestandsaufnahme gemacht, wenn er sagt, er könne jeder Frau an die Wäsche gehen, denn er sei ein Star. Was ist falsch daran? Wer kreischt und hyperventiliert und wirft Schlümpfer auf die Bühne, wenn gewisse "Stars" auftreten? Sind das alte weiße Männer oder "triebgesteuerte" Frauen? Dazu kommt, dass Trump das vor 15 Jahren(!) und im privaten Rahmen gesagt hat. Sogar entschuldigt hat er sich dafür.
Merken denn diese dummen deutschen Fräuleinswunder aus der Politikbranche gar nicht, wie unglaublich lächerlich sie sich machen? Und wie unglaublich anmaßend sie sind mit ihren "Forderungen"? Aber nun, meine Damen, wenn Provinzpolitikerinnen wie Sie, die niemand auf der Welt kennt, sich erdreisten, von den amerikanischen Wählern zu verlangen, Trump "aus dem Rennen zu nehmen", dann darf der türkische Präsident, Herr Erdogan auch das eine oder andere und noch viel mehr verlangen, oder? Herr Erdogan, mal von Mann zu Mann, bitte "verlangen" Sie, dass diese Sorte deutsche Politikerinnen aus dem Rennen genommen wird. Bitte tun Sie's gleich.
Noch was aus dem Nähkästchen: als ich noch in Hannover wohnte, saß eine Frau(!) an "unserem" Cappuccino-Tisch im "Weinkontor". Diese Frau(!), ich wiederhole: Frau(!) zeigte auf eine andere Frau(!) und sagte halblaut zu uns Männern: "die sieht aus wie schlecht gefickt." Das sagte eine Frau über eine andere Frau. Übrigens ein vortreffliches Sprachbild, das die sichtbare Überspanntheit, Gereiztheit, Unzufriedenheit, Verkniffenheit einer Frau deftig und prägnant beschreibt (Luther hätte es nicht besser gemacht). Man stelle sich vor (oder lieber nicht), ein Mann würde so etwas Prägnantes am falschen Ort und vor den den falschen Frauen sagen. Das wäre sein Ruin.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158648370/Triebgesteuert-und-ein-echtes-Sicherheitsrisiko.html
Mir fällt gerade ein: ist es nicht seltsam, dass dieselben Deutschen, die den Deutschen das Deutschsein und jeden "Nationalismus", jede deutsche Eigenart austreiben wollen und jeden "in die rechte Ecke" stellen, der davon wenigstens etwas bewahren möchte und seien es nur ein paar Sitten und Gebräuche, denen es also nicht multikulturell und "bunt" (eigentlich eher dunkel-einfarbig-vollverhüllt inzwischen...) genug sein kann im eigenen Land, dass dieselben Deutschen jedoch im Urlaub nur das "Ursprüngliche" anzutreffen wünschen. Und nicht nur die vermeintlich unberührte Natur, sondern Original-Andalusier, Echt-Italiener, naturbelassene Katalanen, urwüchsige Basken und unverfälschte Iren usw. Mit anderen Worten, im Urlaub soll es so "(kultur-)nationalistisch" wie möglich zugehen. Im eigenen Land wird aber genau das verteufelt. Was mag der Inkonsequente, oder nennen wir ihn doch gleich Heuchler, sagen, wenn in seiner ganz ursprünglichen, unberührten Toscana 1.5 Millionen lautstarke Ostdeutsche sich breitmachen? Schön bunt, was?
Randnotiz: der traumatisierte, verzweifelte Merkelgast mit psychischen Problemen wurde gefasst und wird jetzt wahrscheinlich endlich integriert oder sozialpädagogisch betreut oder beides. Wie alle blitzradikalisierten, traumatisierten Kriegsflüchtlinge mit Depressionen wurde auch dieser unbegleitete 22-jährige Jugendliche mit schwerer Kindheit von seinen Nachbarn als "freundlich und unauffällig" beschrieben. Nun ja, man kann in seiner Wohnung auch nicht so konzentriert höchstgefährliche Bomben basteln, wenn man ständig laute Musik hört, rumbrüllt und den Flur vollkotzt. Am Ende kommt noch der Hausmeister vorbei und stört den Bombenbau...
In meinem Blog dürfen Finger in alle Wunden gelegt werden, egal, ob die Wunden rechts, links oder in der Mitte liegen. Es darf frech und gerne witzig geschrieben werden. Justiziable Kommentare werden grundsätzlich nicht veröffentlicht. Wenn Sie etwas in meine Kaffeekasse legen möchten, wäre das natürlich sehr nett. Meine PayPal-Adresse: erikativum@yahoo.co.uk Vielen Dank!
Monday, 10 October 2016
Sunday, 9 October 2016
Wer den Bogen überspannt
Thyrann*innen werden entmachtet oder sogar ermordet, Despot*innen kann das Gleiche passieren, demokratische Regierungen werden abgewählt - wenn sie "den Bogen überspannen". Das kann westlichen Frauen nicht so leicht passieren, schon weil sie rund die Hälfte einer Bevölkerung stellen. Aber was anderes kann ihnen passieren.
Jahrhundertelang haben Frauen für ihre Rechte gekämpft. Für ihr Wahlrecht, für Chancengleichheit, für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit. Und abgesehen von strunzdummen Männern wird jeder Zivilisierte diese Errungenschaften akzeptieren. Radikale Frauenrechtlerinnen (Suffragetten nannten sie sich Anfang des 20. Jahrhunderts), heute Feministinnen, waren eine mehr oder weniger militante Minderheit, die selbst von der Mehrheit der Frauen nicht recht ernst genommen wurde.
Das hat sich geändert. Radikal-feministische Forderungen werden im Kleinbetrieb bis zum Bundestag immer umfänglicher erfüllt. Frauenquote allüberall, Frauenbeauftrage lungern in jedem Behördenwinkel rum. Hinter vorgehaltener Hand fragen männliche Arbeitnehmer wahrscheinlich bei jedem weiblichen Neuzugang: "Gut oder Quote?".
Dass Feministinnen heute jeden missliebigen Mann leicht ins soziale und berufliche Aus "shitstormen" können, ist hinlänglich bekannt. Der jüngste Kastrations-Coup dieser Clique ist, "Herrenwitze" allen Ernstes verbieten zu wollen. Selbstverständlich dürfen Frauen die geschmacklosesten Witze über Männer reißen. Da sagt niemand etwas, denn das "ist doch was anderes(?)", und mir ist kein Fall bekannt, dass eine Frau wegen eines anzüglichen "Frauenwitzes" ihren Job verloren hätte. Die Gleichberechtigung hat längst eine männerfeindliche Schlagseite bekommen. Männer müssen heute verdammt aufpassen, nicht aus Versehen ein falsches Wort oder einen etwas zu langen Blick in die tiefe Auslage einer Frau zu riskieren (warum macht sie Reklame dafür, wenn's keiner angucken darf?). Sexismus - und das Aus für den Mann. Umgekehrt darf die Holde stundenlang auf seinen Hosenschlitz starren ohne irgendwelche Nachteile befürchten zu müssen.
Männer müssen heute vor Frauen kuschen und ihre Verhaltensregeln penibel befolgen oder sie sind erledigt. Auch bei der häuslichen Gewalt wird stets der Mann zuerst beschuldigt. Dabei gibt es jene auch in umgekehrter Richtung mit einem Unterschied: eine Frau darf sich jederzeit und handfest wehren. Niemand würde sie verurteilen. Ein Mann dagegen muss sich unter Umständen zusammenschlagen lassen, denn sobald er sich wehrt, ist er sofort der Gewalttäter. Da fragt niemand mehr, und er tut deshalb gut daran, die Prügel der Frau auszuhalten.
Wie schon weiter oben gesagt, es wird keine handfeste Gegenwehr gegen den zur Regel gemachten militanten Feminismus geben. Nein, der westliche Mann wird resignieren, sich zurückziehen, sich nicht mehr an westliche Frauen binden, schon gar nicht sie heiraten. Zu heikel, zu gefährlich, zu demütigend. Aber das muss er ja auch nicht. Und nochmal: der moderne Mann wünscht sich kein dummes Puttchen am Herd, das die Kinder alleine erzieht und ihm abends seine Puschen und Bratkartoffeln bringt. Der moderne Mann wünscht sich eine gleichberechtigte, nicht bevorzugte Lebensgefährtin, mit der er Job, Kinder und Haushalt zusammen schmeißt. Nun, Globalisierung sei Dank, muss er sich nicht mit den abgedrehten westlichen Zicken plagen. Es gibt genügend gebildete nicht-feministische Frauen auf dieser Welt, die sich freuen, ein modernes Leben mit einem modernen Mann zu führen - und die über die hiesigen Hysterikerinnen nur lachen können. Das kann passieren. Dass nämlich die Herrenwitz-Verbieterinnen in nicht ferner Zukunft unter sich bleiben. Denn Männer sind vielleicht ab und zu etwas dumm. Aber so dumm denn doch nicht.
Notabene: In diesem Zusammenhang ist es übrigens aufreizend komisch, wenn sich knallharte (links-)grüne Feministinnen Claudia Roth'scher Bauart über muslimisch geprägte "Menschengeschenke" freuen. Wohl bekomm's, meine Damen. Diese "geschenkten Menschen" werden Sie Mores lehren, aber hallo!
Thyrann*innen werden entmachtet oder sogar ermordet, Despot*innen kann das Gleiche passieren, demokratische Regierungen werden abgewählt - wenn sie "den Bogen überspannen". Das kann westlichen Frauen nicht so leicht passieren, schon weil sie rund die Hälfte einer Bevölkerung stellen. Aber was anderes kann ihnen passieren.
Jahrhundertelang haben Frauen für ihre Rechte gekämpft. Für ihr Wahlrecht, für Chancengleichheit, für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit. Und abgesehen von strunzdummen Männern wird jeder Zivilisierte diese Errungenschaften akzeptieren. Radikale Frauenrechtlerinnen (Suffragetten nannten sie sich Anfang des 20. Jahrhunderts), heute Feministinnen, waren eine mehr oder weniger militante Minderheit, die selbst von der Mehrheit der Frauen nicht recht ernst genommen wurde.
Das hat sich geändert. Radikal-feministische Forderungen werden im Kleinbetrieb bis zum Bundestag immer umfänglicher erfüllt. Frauenquote allüberall, Frauenbeauftrage lungern in jedem Behördenwinkel rum. Hinter vorgehaltener Hand fragen männliche Arbeitnehmer wahrscheinlich bei jedem weiblichen Neuzugang: "Gut oder Quote?".
Dass Feministinnen heute jeden missliebigen Mann leicht ins soziale und berufliche Aus "shitstormen" können, ist hinlänglich bekannt. Der jüngste Kastrations-Coup dieser Clique ist, "Herrenwitze" allen Ernstes verbieten zu wollen. Selbstverständlich dürfen Frauen die geschmacklosesten Witze über Männer reißen. Da sagt niemand etwas, denn das "ist doch was anderes(?)", und mir ist kein Fall bekannt, dass eine Frau wegen eines anzüglichen "Frauenwitzes" ihren Job verloren hätte. Die Gleichberechtigung hat längst eine männerfeindliche Schlagseite bekommen. Männer müssen heute verdammt aufpassen, nicht aus Versehen ein falsches Wort oder einen etwas zu langen Blick in die tiefe Auslage einer Frau zu riskieren (warum macht sie Reklame dafür, wenn's keiner angucken darf?). Sexismus - und das Aus für den Mann. Umgekehrt darf die Holde stundenlang auf seinen Hosenschlitz starren ohne irgendwelche Nachteile befürchten zu müssen.
Männer müssen heute vor Frauen kuschen und ihre Verhaltensregeln penibel befolgen oder sie sind erledigt. Auch bei der häuslichen Gewalt wird stets der Mann zuerst beschuldigt. Dabei gibt es jene auch in umgekehrter Richtung mit einem Unterschied: eine Frau darf sich jederzeit und handfest wehren. Niemand würde sie verurteilen. Ein Mann dagegen muss sich unter Umständen zusammenschlagen lassen, denn sobald er sich wehrt, ist er sofort der Gewalttäter. Da fragt niemand mehr, und er tut deshalb gut daran, die Prügel der Frau auszuhalten.
Wie schon weiter oben gesagt, es wird keine handfeste Gegenwehr gegen den zur Regel gemachten militanten Feminismus geben. Nein, der westliche Mann wird resignieren, sich zurückziehen, sich nicht mehr an westliche Frauen binden, schon gar nicht sie heiraten. Zu heikel, zu gefährlich, zu demütigend. Aber das muss er ja auch nicht. Und nochmal: der moderne Mann wünscht sich kein dummes Puttchen am Herd, das die Kinder alleine erzieht und ihm abends seine Puschen und Bratkartoffeln bringt. Der moderne Mann wünscht sich eine gleichberechtigte, nicht bevorzugte Lebensgefährtin, mit der er Job, Kinder und Haushalt zusammen schmeißt. Nun, Globalisierung sei Dank, muss er sich nicht mit den abgedrehten westlichen Zicken plagen. Es gibt genügend gebildete nicht-feministische Frauen auf dieser Welt, die sich freuen, ein modernes Leben mit einem modernen Mann zu führen - und die über die hiesigen Hysterikerinnen nur lachen können. Das kann passieren. Dass nämlich die Herrenwitz-Verbieterinnen in nicht ferner Zukunft unter sich bleiben. Denn Männer sind vielleicht ab und zu etwas dumm. Aber so dumm denn doch nicht.
Notabene: In diesem Zusammenhang ist es übrigens aufreizend komisch, wenn sich knallharte (links-)grüne Feministinnen Claudia Roth'scher Bauart über muslimisch geprägte "Menschengeschenke" freuen. Wohl bekomm's, meine Damen. Diese "geschenkten Menschen" werden Sie Mores lehren, aber hallo!
Saturday, 8 October 2016
Wenn Schutzsuchende nach Liebe rufen
Klarer Fall für Käßmann. Ein 22-jähriger, traumatisierter, verzweifelter, depressiver Syrer mit psychischen Problemen ruft nach Liebe und bleibt ungehört. Schon wieder hat die deutsche Gesellschaft versagt. Haben denn die Integrationsbeauftragt*innen und andere Pastorinnen nicht bemerkt, dass hier jemand nach Menschlichkeit und Wärme sucht? Frau Käßmann, strecken Sie dem jungen Kriegsflüchtling die liebende Hand entgegen.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158634905/Polizei-fahndet-nach-22-jaehrigem-Syrer-nach-Sprengstofffund.html
Noch mehr Lügen
Herr Maas, Frau Göring-Eckardt, Frau Claudia Roth, Islamexpert*innen!
Wo sind Sie eigentlich, wenn die Wahrheit Sie braucht? Hier werden dreiste, rechtpopulistisch-rechtsradikal-packartige Lügen über verzweifelte, traumatisierte und depressive Facharbeiter, Ingenieure und Ärzte mit psychischen Problemen verbreitet. Diese schwer angeschlagenen, schutzsuchenden Drangsalierten freuen sich über jedes Bröckchen Brot, das ihnen Pastorinnen in den trockenen Mund stecken. Das ist die Wahrheit. Und dann muss man diese Lügen lesen. Pfui.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158120066/Im-Auftrag-des-IS-in-die-norddeutsche-Provinz.html
Klarer Fall für Käßmann. Ein 22-jähriger, traumatisierter, verzweifelter, depressiver Syrer mit psychischen Problemen ruft nach Liebe und bleibt ungehört. Schon wieder hat die deutsche Gesellschaft versagt. Haben denn die Integrationsbeauftragt*innen und andere Pastorinnen nicht bemerkt, dass hier jemand nach Menschlichkeit und Wärme sucht? Frau Käßmann, strecken Sie dem jungen Kriegsflüchtling die liebende Hand entgegen.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158634905/Polizei-fahndet-nach-22-jaehrigem-Syrer-nach-Sprengstofffund.html
Noch mehr Lügen
Herr Maas, Frau Göring-Eckardt, Frau Claudia Roth, Islamexpert*innen!
Wo sind Sie eigentlich, wenn die Wahrheit Sie braucht? Hier werden dreiste, rechtpopulistisch-rechtsradikal-packartige Lügen über verzweifelte, traumatisierte und depressive Facharbeiter, Ingenieure und Ärzte mit psychischen Problemen verbreitet. Diese schwer angeschlagenen, schutzsuchenden Drangsalierten freuen sich über jedes Bröckchen Brot, das ihnen Pastorinnen in den trockenen Mund stecken. Das ist die Wahrheit. Und dann muss man diese Lügen lesen. Pfui.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article158120066/Im-Auftrag-des-IS-in-die-norddeutsche-Provinz.html
Wednesday, 5 October 2016
Ein gutes Neues Jahr...
..wünsche ich allen Juden. Zehn Tage Zeit, mit sich ins Gericht zu gehen. Mir fallen viele Fehler ein, die ich gemacht habe, viele Hässlichkeiten, für die ich mich entschuldigen möchte. Jetzt ist die Zeit dafür. Mir fällt in dieser Zeit zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur auch immer Josef K. ein.
Kafkas "Prozess" findet in diesen Tagen statt. Worin besteht Josef K.s Schuld? Viele Leser sehen ihn als Opfer einer bürokratischen Maschinerie, als unschuldigen Menschen, der von einem mysteriösen Gericht verurteilt und hingerichtet wird. Ist das so? Schauen wir ihn mal an, den selbstgefälligen, nur auf seine Karriere bedachten, möblierten 30-Jährigen, der sich von der Wirtin Frau Grubach von oben bis unten bedienen lässt. Familie gründen? Aber nicht doch. Verantwortung übernehmen? Auf keinen Fall. Seine Nichte ist ihm lästig, seine kranke Mutter besucht er ab und zu, aber nicht, weil er sie liebt, sondern aus Pflichtgefühl, weil man das eben so macht. Für die Triebabfuhr sorgt eine Kellnerin. Aber er ist eine große Nummer in seiner Bank und "wird sogar dem Direktorstellvertreter schon gefährlich". Er geht mit seinem Chef, dem Direktor, auch mal zum Biertisch, aber nur, weil das seiner Karriere förderlich sein kann. Tiefere Beziehungen geht er nicht ein. Auch im Verlauf seines Prozesses benutzt er Frauen. Sie sollen ihm helfen. Nur darum geht es ihm bei anderen Menschen.
Josef K. unterscheidet sich kaum von vielen anderen Karrieremenschen. Und er repräsentiert einen Typus, den Kafka verachtete und dem er selbst angehörte: Josef K. ist der überassimilierte West-Jude, der von seinen Wurzeln, von seiner Tradition nichts mehr weiß und nichts wissen will. Deshalb versteht er nicht, was mit ihm geschieht. Deshalb versteht er seine Schuld nicht. Aus jüdischer Sicht führt er ein falsches, oder zumindest unvollständiges Leben.
Plötzlich geschieht etwas, und seine bürgerliche Ordnung gerät ins Wanken. Es ist sein Geburtstag (Rosh Hashana, wie sich leicht entschlüsseln lässt), er erwacht, und ihm unbekannte Männer stehen in seinem Raum. Sie teilen ihm mit, dass er "verhaftet" ist (nicht "festgenommen", wie einige missverstehen! Kafka muss wortwörtlich gelesen werden!). Verhaften hat im Deutschen mehrere Bedeutungen. Josef K. wird an etwas festgehaftet, festgeklebt. Er wird nicht eingesperrt, im Gegenteil, er kann sich frei bewegen - wenn er es noch kann. Dieses Gericht "wird von der Schuld angezogen"(!), es nimmt den Angeklagten auf, wenn er kommt und entlässt ihn, wenn er geht. Bis zum letzten Tag, bis Jom Kippur, wird Josef K. nicht verstehen, worin seine Schuld besteht. Er ist seiner Tradition so entfremdet, dass er es auch nicht mehr verstehen kann. Er verlacht das Gericht, das auf schmutzigen Dachböden tagt (auf Dachböden sind die Truhen, Kisten, Koffer, die auch schmerzliche Erinnerungen bewahren und die verschlossen bleiben sollen). Gleichzeitig geht er brav zu den Gerichtsterminen. Aber er sucht die Schuld nur beim Gericht, er selbst hat sich nichts vorzuwerfen. Er versteht nicht, wie armselig und rücksichtslos er ist.
Kakfa hat immer darunter gelitten, dass er als "Am-harez", als im jüdischen Sinn Ungebildeter aufgewachsen ist. Sein assimilierter Vater annoncierte sogar seine Bar Mitzwa als "Confirmation", um seine nicht-jüdischen Kunden nicht zu verschrecken.
Lesen wir die Tagebücher, finden wir besonders im Jahr 1911 unzählige Eintragungen, die sich mit seinem (fast täglichen!) Besuchen im Jiddischen Theater beschäftigen. Diese Welt des Ostjudentums fasziniert ihn, er freundet sich mit dem Schauspieler Jizak Löwy an. Und er leidet darunter, dass sein Vater diese Menschen niedermacht und als "Ungeziefer" bezeichnet (bezeichnend: In der "Verwandlung" verwandelt sich Gregor Samsa in ein Ungeziefer...). Er versucht, diese ihm so fremde Welt zu verstehen. Viel später, mit 40 Jahren, also kurz vor seinem Tod, lernt er Hebräisch und plant sogar, mit seiner letzten Freundin Dora Dymant nach dem damaligen Palästina auszuwandern.
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26638
..wünsche ich allen Juden. Zehn Tage Zeit, mit sich ins Gericht zu gehen. Mir fallen viele Fehler ein, die ich gemacht habe, viele Hässlichkeiten, für die ich mich entschuldigen möchte. Jetzt ist die Zeit dafür. Mir fällt in dieser Zeit zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur auch immer Josef K. ein.
Kafkas "Prozess" findet in diesen Tagen statt. Worin besteht Josef K.s Schuld? Viele Leser sehen ihn als Opfer einer bürokratischen Maschinerie, als unschuldigen Menschen, der von einem mysteriösen Gericht verurteilt und hingerichtet wird. Ist das so? Schauen wir ihn mal an, den selbstgefälligen, nur auf seine Karriere bedachten, möblierten 30-Jährigen, der sich von der Wirtin Frau Grubach von oben bis unten bedienen lässt. Familie gründen? Aber nicht doch. Verantwortung übernehmen? Auf keinen Fall. Seine Nichte ist ihm lästig, seine kranke Mutter besucht er ab und zu, aber nicht, weil er sie liebt, sondern aus Pflichtgefühl, weil man das eben so macht. Für die Triebabfuhr sorgt eine Kellnerin. Aber er ist eine große Nummer in seiner Bank und "wird sogar dem Direktorstellvertreter schon gefährlich". Er geht mit seinem Chef, dem Direktor, auch mal zum Biertisch, aber nur, weil das seiner Karriere förderlich sein kann. Tiefere Beziehungen geht er nicht ein. Auch im Verlauf seines Prozesses benutzt er Frauen. Sie sollen ihm helfen. Nur darum geht es ihm bei anderen Menschen.
Josef K. unterscheidet sich kaum von vielen anderen Karrieremenschen. Und er repräsentiert einen Typus, den Kafka verachtete und dem er selbst angehörte: Josef K. ist der überassimilierte West-Jude, der von seinen Wurzeln, von seiner Tradition nichts mehr weiß und nichts wissen will. Deshalb versteht er nicht, was mit ihm geschieht. Deshalb versteht er seine Schuld nicht. Aus jüdischer Sicht führt er ein falsches, oder zumindest unvollständiges Leben.
Plötzlich geschieht etwas, und seine bürgerliche Ordnung gerät ins Wanken. Es ist sein Geburtstag (Rosh Hashana, wie sich leicht entschlüsseln lässt), er erwacht, und ihm unbekannte Männer stehen in seinem Raum. Sie teilen ihm mit, dass er "verhaftet" ist (nicht "festgenommen", wie einige missverstehen! Kafka muss wortwörtlich gelesen werden!). Verhaften hat im Deutschen mehrere Bedeutungen. Josef K. wird an etwas festgehaftet, festgeklebt. Er wird nicht eingesperrt, im Gegenteil, er kann sich frei bewegen - wenn er es noch kann. Dieses Gericht "wird von der Schuld angezogen"(!), es nimmt den Angeklagten auf, wenn er kommt und entlässt ihn, wenn er geht. Bis zum letzten Tag, bis Jom Kippur, wird Josef K. nicht verstehen, worin seine Schuld besteht. Er ist seiner Tradition so entfremdet, dass er es auch nicht mehr verstehen kann. Er verlacht das Gericht, das auf schmutzigen Dachböden tagt (auf Dachböden sind die Truhen, Kisten, Koffer, die auch schmerzliche Erinnerungen bewahren und die verschlossen bleiben sollen). Gleichzeitig geht er brav zu den Gerichtsterminen. Aber er sucht die Schuld nur beim Gericht, er selbst hat sich nichts vorzuwerfen. Er versteht nicht, wie armselig und rücksichtslos er ist.
Kakfa hat immer darunter gelitten, dass er als "Am-harez", als im jüdischen Sinn Ungebildeter aufgewachsen ist. Sein assimilierter Vater annoncierte sogar seine Bar Mitzwa als "Confirmation", um seine nicht-jüdischen Kunden nicht zu verschrecken.
Lesen wir die Tagebücher, finden wir besonders im Jahr 1911 unzählige Eintragungen, die sich mit seinem (fast täglichen!) Besuchen im Jiddischen Theater beschäftigen. Diese Welt des Ostjudentums fasziniert ihn, er freundet sich mit dem Schauspieler Jizak Löwy an. Und er leidet darunter, dass sein Vater diese Menschen niedermacht und als "Ungeziefer" bezeichnet (bezeichnend: In der "Verwandlung" verwandelt sich Gregor Samsa in ein Ungeziefer...). Er versucht, diese ihm so fremde Welt zu verstehen. Viel später, mit 40 Jahren, also kurz vor seinem Tod, lernt er Hebräisch und plant sogar, mit seiner letzten Freundin Dora Dymant nach dem damaligen Palästina auszuwandern.
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26638
Tuesday, 4 October 2016
Rettung oder Beihilfe zu einer Straftat?
Schon wieder großes Rettungs-Kino in allen Medien. 6000 "Flüchtlinge" werden von Frontex, italienischen Rettungskräften und anderen sich zuständig fühlenden Rettungsorganisationen nach Europa, das heißt kurz- bis mittelfristig, nach Deutschland gebracht. Denn nur dort wollen die Traumatisierten hin.
Diese "Rettungsaktionen" laufen wie gut koordiniert: die bezahlten Schlepper stechen in See, die Rettungsorganisationen übernehmen pünktlich. Wer weiß, vielleicht lassen die Schlepper den Kahn absaufen, sobald die guten Retter in Sicht sind? Kein Risiko und schon gar keine Strafverfolgung. Geht doch.
Dabei hat Frontex die Aufgabe, die europäischen Außengrenzen auf See zu schützen. Zum Beispiel vor illegalen Einwanderern. Inzwischen wird das Gegenteil getan. Es wird "gerettet", was das Zeug hält. Anstatt nun die Illegalen zurück zu bringen und die Schlepper der Polizei zu übergeben, werden die Schutz- und vor allem Schatzsuchenden nach Italien gebracht. Ob die garantiert nicht verarmten "Flüchtlinge" (Schlepper sind wirklich nicht billig) inzwischen Schlepper & Frontex buchen können? Gegen einen kleinen Aufpreis?
Und weil das offensichtlich vergessen oder einfach ignoriert wird:
Auf der Seite des BAMF nachzulesen: "Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung gemäß Artikel 16a GG grundsätzlich ausgeschlossen. Bei einer Einreise über einen sicheren Drittstaat ist eine Anerkennung der Asylberechtigung ausgeschlossen. Dies gilt auch, wenn eine Rückführung in diesen Drittstaat nicht möglich ist."
Schon wieder großes Rettungs-Kino in allen Medien. 6000 "Flüchtlinge" werden von Frontex, italienischen Rettungskräften und anderen sich zuständig fühlenden Rettungsorganisationen nach Europa, das heißt kurz- bis mittelfristig, nach Deutschland gebracht. Denn nur dort wollen die Traumatisierten hin.
Diese "Rettungsaktionen" laufen wie gut koordiniert: die bezahlten Schlepper stechen in See, die Rettungsorganisationen übernehmen pünktlich. Wer weiß, vielleicht lassen die Schlepper den Kahn absaufen, sobald die guten Retter in Sicht sind? Kein Risiko und schon gar keine Strafverfolgung. Geht doch.
Dabei hat Frontex die Aufgabe, die europäischen Außengrenzen auf See zu schützen. Zum Beispiel vor illegalen Einwanderern. Inzwischen wird das Gegenteil getan. Es wird "gerettet", was das Zeug hält. Anstatt nun die Illegalen zurück zu bringen und die Schlepper der Polizei zu übergeben, werden die Schutz- und vor allem Schatzsuchenden nach Italien gebracht. Ob die garantiert nicht verarmten "Flüchtlinge" (Schlepper sind wirklich nicht billig) inzwischen Schlepper & Frontex buchen können? Gegen einen kleinen Aufpreis?
Und weil das offensichtlich vergessen oder einfach ignoriert wird:
Auf der Seite des BAMF nachzulesen: "Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung gemäß Artikel 16a GG grundsätzlich ausgeschlossen. Bei einer Einreise über einen sicheren Drittstaat ist eine Anerkennung der Asylberechtigung ausgeschlossen. Dies gilt auch, wenn eine Rückführung in diesen Drittstaat nicht möglich ist."
Monday, 3 October 2016
Kluge Frauen sind anders...
...als zum Beispiel Claudia Roth und Konsorten, die sich allem Fremd- und Abartigen sofort hündisch unterwerfen, wenn es nur fremd und abartig genug ist. Die vollversorgten Studienabbrecher spielen gerne "Fernstenliebe" (Michael Klonovsky) - natürlich nur solange es ihnen nicht selbst an den Kragen geht.
Diese widerlichen Schleimerinnen nehmen auch keine Rücksicht auf die tatsächlich todesmutigen iranischen Frauen, die gegen ihre Unterdrückung demonstrieren und alle westlichen Frauen um Beistand bitten. Nein, die dumme Roth trägt natürlich Kopftuch, wenn sie im Iran Steuergelder versenkt.
Kluge Frauen sagen nein, wenn zum Beispiel ihre Schachweltmeisterschaft im Iran ausgetragen werden soll. Auch die amerikanische Schachweltmeisterin georgischer Herkunft weigert sich, im Frauenunterdrückerstaat anzutreten. Da verbeuge ich mich mal und sage Bravo!
http://www.achgut.com/artikel/der_hidschab_muss_weg
...als zum Beispiel Claudia Roth und Konsorten, die sich allem Fremd- und Abartigen sofort hündisch unterwerfen, wenn es nur fremd und abartig genug ist. Die vollversorgten Studienabbrecher spielen gerne "Fernstenliebe" (Michael Klonovsky) - natürlich nur solange es ihnen nicht selbst an den Kragen geht.
Diese widerlichen Schleimerinnen nehmen auch keine Rücksicht auf die tatsächlich todesmutigen iranischen Frauen, die gegen ihre Unterdrückung demonstrieren und alle westlichen Frauen um Beistand bitten. Nein, die dumme Roth trägt natürlich Kopftuch, wenn sie im Iran Steuergelder versenkt.
Kluge Frauen sagen nein, wenn zum Beispiel ihre Schachweltmeisterschaft im Iran ausgetragen werden soll. Auch die amerikanische Schachweltmeisterin georgischer Herkunft weigert sich, im Frauenunterdrückerstaat anzutreten. Da verbeuge ich mich mal und sage Bravo!
http://www.achgut.com/artikel/der_hidschab_muss_weg
Sunday, 2 October 2016
Vorsicht Umfrage
Wir werden fast täglich mit Wahlumfrageergebnissen belästigt. Egal, welche Zeitung man aufschlägt, schon schlägt einem das neueste Ergebnis entgegen, und wir wissen gleich, welche Partei geade im Auf- oder Abwind ist oder stagniert. Mancher mag das spannend finden, aber wer die Absicht erkennt, ist verstimmt:
Diese zweifelhaften Umfragen sind ein mächtiges Beeinflussungsinstrument. Die daraus entstehende Dynamik ist bekannt als "self-fullfilling-prophecy", also eine Vorhersage, die sich bewahrheitet, weil sie gemacht wurde.
Es wird seit einiger Zeit die sogenannte "Schwarmintelligenz" herbeifabuliert. Da wird ein Phänomen aus der Tierwelt (z.B. Bienen oder Ameisen) plump und fälschlicher Weise auf die menschliche Gesellschaft übertragen. Diese "Schwarmintelligenz" lässt sich nirgends belegen. Der von mir verehrte Grigori Perelman etwa hätte mit Hilfe dieser Sorte "Intelligenz" sicher nichts zustande gebracht. Dasselbe gilt für unzählige Forscher, die zwar nicht unbedingt ganz alleine und abgeschieden, aber mit Hilfe nur weniger guter Freunde ihre bahnbrechenden Ergebnisse erzielten.
Viel interessanter und immer wieder belegbar ist dagegen die "Schwarmdummheit". Jeder kennt das "aber wenn es doch alle machen" oder wahlweise "aber die anderen machen das doch auch nicht" usw. Wir neigen dazu, uns (angeblichen) Mehrheitsmeinungen anzuschließen ohne ihre Richtigkeit zu überprüfen. Der Ausspruch "Leute, fresst Scheiße, denn 700 Milliarden Fliegen könnne sich nicht irren" stand vor einigen Jahrzehnten an vielen Uni-Klowänden.
Und weil die meisten Menschen so gestrickt sind, können Umfrageergebisse das Wahlverhalten stark beeinflussen. Nehmen wir an, es wird vorhergesagt, dass die Partei x die 5%-Hürde "wahrscheinlich nicht überspringen wird". Das kann dazu führen, dass Wähler, die das Parteiprogramm eigentlich schätzen und eben diese Partei gerne wählen würden, es wegen "der verlorenen Stimme" lieber nicht tun. Ergebnis: die Partei erreicht genau deshalb die 5% nicht. Und die Wähler, die das durch ihre Verweigerung verursacht haben, sehen sich dann auch noch bestätigt: wie gut, dass ich meine Stimme nicht verschwendet habe. Lustig, oder?
Weil das so gut funktioniert, können Medien ganz gezielt eine Partei "hoch- oder niederschreiben". Kaum jemand überprüft, wie diese täglichen Umfrageergebnisse zustande kommen. Es reicht schon, wenn in der Überschrift steht "Umfragen ergeben: Partei x im Sinkflug". Schon wird die Dynamik in Gang gesetzt. Es ist sicher utopisch, anzunehmen, dass irgendwann genügend Menschen Kants "aude sapere!", (habe den Mut, deinen eigenen Verstand zu gebrauchen) beherzigen werden. Ich glaube es auch nicht. Trotzdem: als unverbesserlicher Aufklärer bitte ich Sie, es einfach mal zu versuchen.
Wir werden fast täglich mit Wahlumfrageergebnissen belästigt. Egal, welche Zeitung man aufschlägt, schon schlägt einem das neueste Ergebnis entgegen, und wir wissen gleich, welche Partei geade im Auf- oder Abwind ist oder stagniert. Mancher mag das spannend finden, aber wer die Absicht erkennt, ist verstimmt:
Diese zweifelhaften Umfragen sind ein mächtiges Beeinflussungsinstrument. Die daraus entstehende Dynamik ist bekannt als "self-fullfilling-prophecy", also eine Vorhersage, die sich bewahrheitet, weil sie gemacht wurde.
Es wird seit einiger Zeit die sogenannte "Schwarmintelligenz" herbeifabuliert. Da wird ein Phänomen aus der Tierwelt (z.B. Bienen oder Ameisen) plump und fälschlicher Weise auf die menschliche Gesellschaft übertragen. Diese "Schwarmintelligenz" lässt sich nirgends belegen. Der von mir verehrte Grigori Perelman etwa hätte mit Hilfe dieser Sorte "Intelligenz" sicher nichts zustande gebracht. Dasselbe gilt für unzählige Forscher, die zwar nicht unbedingt ganz alleine und abgeschieden, aber mit Hilfe nur weniger guter Freunde ihre bahnbrechenden Ergebnisse erzielten.
Viel interessanter und immer wieder belegbar ist dagegen die "Schwarmdummheit". Jeder kennt das "aber wenn es doch alle machen" oder wahlweise "aber die anderen machen das doch auch nicht" usw. Wir neigen dazu, uns (angeblichen) Mehrheitsmeinungen anzuschließen ohne ihre Richtigkeit zu überprüfen. Der Ausspruch "Leute, fresst Scheiße, denn 700 Milliarden Fliegen könnne sich nicht irren" stand vor einigen Jahrzehnten an vielen Uni-Klowänden.
Und weil die meisten Menschen so gestrickt sind, können Umfrageergebisse das Wahlverhalten stark beeinflussen. Nehmen wir an, es wird vorhergesagt, dass die Partei x die 5%-Hürde "wahrscheinlich nicht überspringen wird". Das kann dazu führen, dass Wähler, die das Parteiprogramm eigentlich schätzen und eben diese Partei gerne wählen würden, es wegen "der verlorenen Stimme" lieber nicht tun. Ergebnis: die Partei erreicht genau deshalb die 5% nicht. Und die Wähler, die das durch ihre Verweigerung verursacht haben, sehen sich dann auch noch bestätigt: wie gut, dass ich meine Stimme nicht verschwendet habe. Lustig, oder?
Weil das so gut funktioniert, können Medien ganz gezielt eine Partei "hoch- oder niederschreiben". Kaum jemand überprüft, wie diese täglichen Umfrageergebnisse zustande kommen. Es reicht schon, wenn in der Überschrift steht "Umfragen ergeben: Partei x im Sinkflug". Schon wird die Dynamik in Gang gesetzt. Es ist sicher utopisch, anzunehmen, dass irgendwann genügend Menschen Kants "aude sapere!", (habe den Mut, deinen eigenen Verstand zu gebrauchen) beherzigen werden. Ich glaube es auch nicht. Trotzdem: als unverbesserlicher Aufklärer bitte ich Sie, es einfach mal zu versuchen.
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Ein Lügner glaubt keinem An dieses sehr tiefsinnige Sprichwort muss ich immer denken, wenn ich die Propaganda (in der Vor-Merkelzeit gab e...
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Lese ich noch eine gedruckte Zeitung? Ja, eine. Die Jüdische Rundschau habe ich abonniert, eine Monatszeitung. Gar nicht mal unbedingt, weil...
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Satire darf nicht weh tun Jedenfalls nicht den Machern und Sendern, die in Deutschland Satire (oder was sie dafür halten) ins Programm ...
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Gute Atome, schlechte Atome Thees Kalmer ist eine grüne Politikerin und findet den Iran irgendwie gut. Sie hat sich auch prima mit ihrem S...