Monday, 14 December 2015

Polen will sich nicht drastisch verändern

Da hört die deutsche Freundschaft auf. Hört mal, ihr Polen, haben denn die gut gemeinten Erziehungsmaßnahmen 1939 überhaupt nicht geholfen? Muss Deutschland nachbessern? 

Anstatt dankbar zu sein und der deutschen Kanzlerin beim Rechtsbruch zu helfen, stellt ihr euch bockig und wollt keine hochwillkommenen Gäste übernehmen. Polen, das sind Menschengeschenke, über die sich Frau Göring-Eckardt freut! So geht das aber gar nicht. Wenn eine deutsche Kanzlerin Solidarität befiehlt, dann müsst ihr folgen. Sonst wird um 5.45 Uhr zurückgeschossen, aber hallo. Ihr wollt EU-Geld? Das könnt ihr knicken. Deutschland verschenkt nur Geld an Griechen. 


Ihr denkt, die in Deutschland willkommenen Gäste sind keine Flüchtlinge und rechtmäßige Asylbewerber schon gar nicht? Per Ordre de Mutti sind das Syrer, die den Fassbomben mit knapper Not entkommen sind. Das wurde durch Haarrisse auf den Smartphone-Displays der Schutzsuchenden bewiesen! Auch die untergetauchten, auch die nicht registrierten Syrer sind Syrer mit Haarrissen! Habt ihr das verstanden?

Polen, aufgepasst! In diesem Artikel ist fälschlicherweise von “Eritreern” die Rede. Es handelt sich dabei um einen Flüchtlingkeitsfehler (haha). Richtig ist vielmehr, dass es sich um syrische Assad-Flüchtlinge handelt, die den Assad’schen Fassbomben mit knapper Not entkommen sind.




http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hamburg-ausschreitungen-in-fluechtlingsheim-a-1067620.html

Und auf die wunderbaren Segnungen des Islam wollt ihr auch freiwillig verzichten? Polen, euch nicht ist mehr zu helfen:

"Das frankophone Propagandablatt Dar al Islam der Terrororganisation IS hatte in seiner jüngsten Ausgabe zu Attentaten in den französischen Schulen aufgerufen. Die staatlichen Schulen, aus denen muslimische Kopftücher verbannt sind, seien „Horte der Ungläubigen“, heißt es in der Propagandaschrift. Die Sicherheitsvorkehrungen an den staatlichen Schulen waren nach dem 13. November verstärkt worden." (Quelle: FAZ online)

Die Heiligsprechung des Starrsinns

Mut, Rückgrat, Hartnäckigkeit, zu seinem Wort stehen, nicht zurückweichen. Im Einzelfall sind das wünschenswerte Charaktereigenschaften. Wenn ich unschuldig im Gefängnis sitze, freue ich mich über einen Anwalt, der diese Tugenden mitbringt und gegen die Mühle der Mehrheitsmeinung ein Wiederaufnahmeverfahren meines Falles durchsetzt.

Wenn diese Eigenschaften absolut gesetzt werden, sind wir mitten im Gestrüpp deutscher Befindlichkeit. Es wird nicht mehr erwogen, ob diese Eigenschaften in bestimmten Fällen sinnvoll sind oder katastrophale Folgen haben können; die Eigenschaften sind per se gut und werden mindestens anerkannt, wenn nicht gleich bewundert.

Dabei ist der Übergang zum pathologischen Starrsinn fließend. Die Mehrheit der Deutschen scheint sich schwer damit zu tun, diese Grenze zu erkennen. Niemand wird in Deutschland mehr verachtet als der “Wankelmütige”, der bei nüchterner Betrachtung nur ein anständiger Mensch ist, der seine Fehler eingesehen hat, der sie offen zugibt und alles tun will, um sie zu korrigieren. Damit ist natürlich nicht der widerliche Opportunist gemeint, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt, denn der gibt ja seine Fehler eben nicht zu, sondern passt sie durch Richtungswechsel geschmeidig an. 

Der aktuelle Anlass zu dieser kleinen Betrachtung ist ein interessanter Leserbrief im Spiegel online. Wie wir wissen beharrt A. Merkel starr auf ihrem “Flüchtlingskurs”, auch wenn sie ihre Beharrung mit einigen putzigen Widersprüchen garniert. So sperrt sie sich gegen jede Einwanderungs-Obergrenze, will aber gleichzeitig eine Verringerung der Flüchtlingszahlen. Es ist erstaunlich, wie niedrig die Voraussetzung für ein Physikstudium in der DDR gewesen sein müssen, zumindest für besonders parteitreue FdJ-Mädels.

Dieser Spiegel-Leser bewundert Merkel genau wegen dieser Tugenden und will sie genau deshalb wieder wählen. Da wird er nicht der Einzige sein. Es scheint vollkommen egal zu sein, wie wahnsinnig und gefährlich das Vorhaben ist. Merkel muss nur hartnäckig und unbeirrbar (unbelehrbar) bleiben. Ein ehemaliger und bauernschlauer deutscher Propagandaminister wusste damals schon sehr genau, dass jede Lüge, wenn sie oft genug behauptet, zur Wahrheit wird. 


    

Sunday, 13 December 2015

Schaut ihnen auf die Presse

Ein verlässliches Zeichen dafür, dass auch mit der sogenannten seriösen Presse etwas nicht stimmt, ist die Vermischung der journalistischen Ausdrucksformen. Michael Klonovsky hat den Begriff “Lückenpresse” geprägt. Das heißt, es wird nicht gelogen (“Lügenpresse”), sondern durch Auslassungen (oder auch tendenziöse Betonungen) ein ideologisch erwünschtes und somit verzerrtes Bild präsentiert. 

Im Gegensatz zu einem Kommentar, der die persönliche Auffassung des Autors wiedergibt, muss ein Bericht wertneutral sein. Das heißt, dass die persönliche Auffassung des Berichtenden hier nichts zu suchen hat. Wird über einen Einbruch und die Festnahme der Täter berichtet, dürfen nur die “journalistischen Ws” nüchtern abgearbeitet werden: wer, wo, wann, was, wie, warum, welche Quelle, welche Folgen? In einem Kommentar zu dem Fall, der als solcher gekennzeichnet sein muss, darf ein Journalist auch schreiben, wie er das Ganze sieht.

Diese Formen werden, mal mehr, mal weniger auffällig, seit geraumer Zeit vermischt. Der verlinkte Spiegelartikel soll ein Bericht sein, aber schon die tendenziöse Begriffswahl ist verdächtig. Da ist die Rede von einer “Demo gegen rechts”. Das klingt in unseren Zeiten gut und anständig wie etwa eine Demo gegen Umweltverschmutzung oder für mehr Vitamine. Die Rechten dagegen demonstrieren nicht, veranstalten auch keine Demo, sondern “marschieren auf”. Damit wird das erwünschte Bild suggeriert: SA marschiert. Aber es kommt noch besser:

Die Gewalttätigkeiten gegen Polizisten gingen ausschließlich von den “wichtigen” (so Oberbürgermeister Jung) Gegendemonstranten aus, was aber erst in der Mitte des Artikels richtig deutlich wird. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass die rechten “Aufmarschierer” keine Gewalt gegen Polizisten ausübten. Aber das müssen sie wohl nicht, denn es scheint zu reichen, dass Rechte aufmarschieren. Das ist wahrscheinlich Gewalt genug. Aber auch als der Aufmarsch der Rechten längst vorbei war, entlud sich der Zorn der im Grunde guten und vor allem wichtigen Gegendemonstranten.


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/leipzig-mehrere-verletzte-bei-demonstrationen-gegen-rechts-a-1067520.html

Mutter Erde wird endlich diszipliniert


Seit 5.45 Uhr wird zurückgekühlt. Seit Jahrmilliarden werden Klimaaktivisten von Mutter Erde brutal unterdrückt und beleidigt. Sie terrorisiert friedliche Klimagläubige mit selbstgebastelten Eiszeiten, Zwischeneiszeiten und Wärmeperioden als ob ihr die Welt gehörte! Damit ist jetzt Schluss! In Paris haben Klimakirchenräte aus 196 Ländern beschlossen, der terroristischen Erde den Kampf anzusagen. Mit allen finanziellen Mitteln und anti-atomaren Glaubenswaffen wird der aggressive Planet zur Räson gebracht: mehr als 2°C Erderwärmung wird hart sanktioniert. Die Koalition der willigen Abkühler wird nicht nur Windräder und Sonnenkollektoren gegen die Erde in Stellung bringen, sondern auch öko-pädagogische Bodentruppen in Länder versenden, die sich bisher von einem Klima-Krieg gegen die Erde nichts versprechen. Einig sind sich die Klimaaktivisten aller deutschen Parteien, dass der Planet Erde in unsere Klimagesellschaft integriert werden muss.  

Saturday, 12 December 2015

Wer kapiert die Deutschen?

Alexander Neubacher ist entsetzt (Spiegel online). Deutschland ist dabei, seine „politische Mitte zu verlieren“. Er sieht eine immer bedrohlicher werdende (Quer-)Front von braun bis rot, die in einem verstörenden Gleichschritt marschiert. War das jemals anders in Deutschland?

In einem Halbsatz beschreibt Neubacher sozusagen das deutsche zoon politikon: Rechte wie Linke „eint wenig mehr als die Angst vor Veränderung und das Misstrauen gegen Eliten“. Leider folgt auf diese Bestandsaufnahme keine Analyse. 

Deutsche dürstet es nicht nach Freiheit (des Geistes), sie sehnen sich ausschließlich nach Ordnung und Sicherheit. Weil das so ist und immer so war, ist es eigentlich gar nicht so schwer, die Deutschen zu regieren. Jeder Politiker hat leichtes Spiel mit den Deutschen, wenn er diese Sehnsucht befriedigt. 

Frau Merkel wurde in Ostdeutschland sozialisiert und hat deshalb keine Ahnung, wie man das auch in einer lästigen parlamentarischen Demokratie bewerkstelligt. Wenigstens das hätte Kohl ihr beibringen können. In der DDR war’s für Politiker viel bequemer, da waren die Volksgenossen eine willige Bio-Knetmasse, die auf Befehl jubelte (Parteibeschlüsse) oder buhte (Beschlüsse des Klassenfeindes). Das tat sie beileibe nicht so ungern, wie sie heute jammernd behauptet. 

Der Historiker Eike Geisel hat sich deshalb auch nicht bluffen lassen. Er beschrieb die DDR als „kommode und lächerliche Diktatur, mit der sich die Bevölkerung arrangiert hatte, bis die Verlockungen des Westens in Form von Beate Uhse und Bananen und weniger von Freiheit sie überlaufen ließen.“ (Eike Geisel, Die Wiedergutwerdung der Deutschen) Die seit 25 Jahren verklärten „friedlichen ostdeutschen Revolutionäre“ sprangen erst auf den Revolutionszug, als die Abteile gut gepolstert und die Schienen poliert waren. Mutig waren einige Jahre davor dagegen die Polen. Da stand noch was auf dem Spiel. Zum Beispiel das Leben. 

Ordnung und Sicherheit. Für die einen korrekte Mülltrennung und „antifaschistische“ und ökologische Welterlösung, für die anderen ein Schutzmann an jeder Ecke und hartes Durchgreifen gegen Ausländer. Das passt besser zusammen als viele denken, auch wenn die einen auf den Schutzmann lieber verzichten und die Steine selbst werfen möchten. Hartes Durchgreifen, auch gegen Israel und Amerika, ist auf jeden Fall erwünscht. 

Gedankenfreiheit? Lästig.* Die Linken dürfen zwar in ihren Strick- und Diskursen diese Errungenschaft der Aufklärung nicht gänzlich verleugnen, machen allerdings klar, dass jede Meinung nur frei geäußert werden darf, wenn sie den ideologischen Vorgaben genügt.

Wenn Alexander Kissler zu Recht fordert, die westlichen Werte müssten unbedingt verteidigt werden, stößt er bei den meisten Deutschen auf taube Ohren. Die Deutschen verteidigen die Freiheit nicht. Warum? Weil ihnen nichts an ihr liegt.  

*"Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire" schreibt zwar der Deutsche Friedrich Schiller in Don Carlos, die Worte sind aber an den spanischen König Philipp II gerichtet. Die Version für deutsche Verhältnisse stelle ich mir so vor: "Gebt auf euren Autobahnen freie Fahrt für freie Bürger, Sire!"    



http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wie-deutschland-seine-politische-mitte-verliert-kommentar-a-1067438.html

Spiegel-LeserIn justice005 schreibt dazu:


„Im vorletzten Absatz schreibt der Autor, die "Anständigen müssten den Verängstigten entgegentreten". Das zeigt leider, dass der Autor nichts verstanden hat. Das Problem ist, dass es die Anständigen sind, welche verängstigt sind. Ich selbst zähle mich auch dazu. Ich bin ein Fan des Grundgesetzes, ein überzeugter Fan der Demokratie und ein ebenso überzeugter Fan des Rechtsstaates und der Menschenrechte. Und ich glaube an das Gewaltmonopol eines funktionierenden Staates und dass man sich auf diesen verlassen kann. Aber auch ich habe Angst, dass genau dies alles, eben diese Zivilisation verloren gehen kann, wenn Millionen von Menschen ins Land kommen, die von Geburt an nichts anderes gelernt haben als das Recht des Stärkeren, Krieg, Gewalt, Brutalität, Rache und vermeintliche religiöse "Ehre" sowie völlig funktionslose staatliche Strukturen. Es ist möglich, einzelne zu integrieren, aber ganz sicher nicht Millionen. Das weiß jeder, der auch nur ein ganz kleines bisschen rational denken kann. Und das sind zum Glück noch die meisten. Und genau diese fühlen sich von der Politik nicht verstanden. Und genau das wiederum treibt die Menschen zu Rechts- und Linksradikalen. und daher geht die vernünftige Mitte verloren. So einfach ist das.“

Friday, 11 December 2015

Schleier ohne Ende

Die Diskussionen über die Vollverschleierung reißen nicht ab. In einigen Ländern wurden Verbote per Gerichtsbeschluss durchgesetzt. Die angeführten Gründe für das Verbot von Burka und Niqab sind vielfältig, und die Verbotseiferer wirken immer verkrampft. Die einen möchten ihren Mitmenschen ständig ins Gesicht sehen können. Mich würde interessieren, ob diese Schaulustigen sich an die Gesichter, die sie gerade im Supermarkt, an der Tankstelle oder beim Spaziergang so genau angeguckt haben, erinnern können.

Dann gibt es die Frauenbefreier. Burka und Niqab seien Symbole der Unterwerfung (das stimmt, Islam bedeutet Unterwerfung) und vor allem der Unterdrückung durch den Mann (das stimmt auch). Wenn aber doch die Verschleierten immer wieder bekräftigen, sie trügen die Tracht freiwillig? Wo kein Hilfesuchender, da hat ein Retter nichts zu suchen.

Das fällt den Frauenbefreiern schwer. Sie mutmaßen, und wahrscheinlich zu Recht, dass diese „Freiwilligkeit“ aus Angst vor Prügelstrafen behauptet wird. Das ist wahrscheinlich richtig, hilft aber nicht weiter. Was genau Freiwilligkeit oder auch der viel zitierte freie Wille ist, beschäftigt die Menschen seit sie anfingen, über sich selbst nachzudenken, also seit mehreren tausend Jahren. 

Vor einigen Jahren mussten wir uns sogar vom Postulat eines „freien Willens“ verabschieden. Wir wissen inzwischen, dass auch dieser gefühlte freie Wille das Ergebnis eines unbewussten und komplexen Entscheidungsprozesses ist.

Wenn eine stolze Mutter berichtet, ihr Kind mache jeden Tag ganz freiwillig seine Hausaufgaben, man müsse es nicht daran erinnern, könnte das auch bedeuten, dass das Kind gelernt hat, dass es viel freundlicher behandelt wird und auch die Geburtstagsgeschenke großzügiger ausfallen, wenn es „freiwillig“ seine Hausaufgaben macht. 

Deshalb können wir nicht auszuschließen, dass eine Muslima ihre Unterwerfungstracht in diesem Sinne freiwillig trägt, einfach, weil sie soziale Vorteile davon hat, bzw. Nachteile vermeiden kann. 


Mir persönlich ist es vollkommen gleichgültig, wie Menschen sich kleiden und aus welchen Gründen sie das tun. Da es sich hier um eine Form der Vermummung handelt, müssen für Muslimas dieselben Regeln gelten wie etwa für Motorradfahrer, die zum Beispiel beim Betreten einer Bank den Helm zwecks Identifizierung abnehmen müssen. Manche Vollverschleierte beschweren sich, dass sie bei der Jobsuche benachteiligt werden. Da geht es ihnen nicht anders als dem Motorradfahrer, der darauf besteht, seinen Helm auch im Büro oder an der Werkbank nicht abnehmen zu müssen. Um einen Job zu bekommen, müssen beide, und ganz freiwillig, ihr Gesicht zeigen.               

Thursday, 10 December 2015

Nachrichten aus dem komfortablen Luftschloss

Alexander Görlach schreibt heute in der Welt online, wir müssten uns „von den Le Pens und Trumps distanzieren“. Wir müssen, wohlgemerkt. Der antiautoritäre Geistliche, der dieses Müssen verlangt, meint nämlich, dass es keinen Unterschied zwischen „Rassen“ und Religionen gebe. 

Warum der weltoffene Muss-Prediger den längst abgewirtschafteten Rassebegriff aus der Mottenkiste holt, erschließt sich mir nicht. Vielleicht hat der liberale Theologe die Zeit seit 1945 verschlafen. Vieles spricht dafür.

Er mag Logik überhaupt nicht, denn im gleichen Atemzug negiert er den Unterschied zwischen „die“ und „wir“, soll heißen, allen anderen, also allen anderen vollkommen gleichen Menschen, die nicht zu den Le Pens und Trumps gehören, müssen wir uns liebend zuwenden. Anscheinend sind nur diese anderen Menschen alle gleich, während die Le Pens und Trumps sich nicht dieser Gleichheit rühmen dürfen. 

„Es gibt keine Unterschiede zwischen den Menschen“, so der Theologe, der übrigens ganz anders aussieht als meine Tochter. Richtig ist, dass alle Menschen, die in einem Land leben, gleich sein sollten vor dem Gesetz dieses Landes. Darauf geht aber der Menschenumarmer (mit Ausnahmen) nicht weiter ein. Das ist verständlich, denn sonst müsste er sich die Frage gefallen lassen, warum nur eine „Religion“, die nach Görlach genauso ist wie alle anderen, ständig Sonderrechte fordert, die dem Grundgesetz zuwiderlaufen.

Es steht dem wachträumenden Theologen natürlich frei, etwa in Saudi-Arabien eine Kirche zu bauen und dort die Gleichheit aller Menschen und Religionen zu predigen. Ob bis zum „Amen“ der Kopf dranbleibt, muss bezweifelt werden. Insgeheim möchte er wohl lieber im ganzen Stück bleiben und redet deshalb seinen Unsinn lieber im toleranten Deutschland. Hier darf er sich „von den Le Pens und Trumps“ ganz offen von der Kanzel herab distanzieren ohne Gefahr zu laufen, plötzlich mit lautem Knall zu zerplatzen. Übrigens, Herr Görlach, Sie dürfen sich meinetwegen von allem distanzieren, nicht nur von der Wirklichkeit. Ich muss das ganz und gar nicht, verstanden?


Die Wir-Frechheit

In der Politik ist das Personalpronomen „ich“ ist auf dem Rückzug. Noch Martin Luther King begann seine Rede mit den berühmten Worten „I have a dream today“, also ausdrücklich nicht „we have a dream today“. Ohne Frage freut sich auch ein Politiker, der den Mumm hat, von „sich“ zu sprechen, wenn er Weggefährten oder sogar Rückhalt in der Bevölkerung findet, aber zum Beispiel ist das Merkel’sche „wir schaffen das“ eine Frechheit. Wer genau ist dieses „wir“? Wer wurde gefragt, wer hat zugestimmt? „Wir“ müssen uns distanzieren, „wir“ müssen das Klima retten oder den Borkenkäfer umsiedeln. 

Normalerweise, also in einer normalen Gesellschaft oder auch Gruppe, geht dem „wir“ eine Diskussion und eine Abstimmung voraus, und sollte es zu einem Konsens kommen, kann ein Sprecher (ein Geschworener zum Beispiel) sagen, dass „wir“ zu einer Entscheidung gekommen sind.

Die meisten Politiker verstecken sich hinter dem „wir“, egal wie wenig Rückhalt ihre Vorhaben in der Bevölkerung haben. „Wir“ werden also ungefragt mitgenommen und in eine Pflicht genommen, zu der uns kein Gesetz zwingen kann. „Wir“ müssen es freiwillig tun und es auch noch gerne tun (Watzlawick lässt grüßen…). 

Laut der letzten Forsa-Umfrage kommt die AfD bundesweit auf 8%, in Ostdeutschland auf 16% und in Bayern auf 10%. Dabei werden die Folgen des Merkel’schen Wahnsinns erst in einigen Monaten richtig zu spüren sein.

Es wird viel geredet vom „Aufstand der Anständigen“ (die Deutungshoheit liegt bei der Regierung). Was gebraucht wird, ist ein Aufstand der Hirnbesitzer. Und das ganz schnell. 

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article149791335/Wir-muessen-uns-von-den-Le-Pens-und-Trumps-distanzieren.html


„Wind des Zorns“ ist kein verschollener Roman von John Steinbeck. So titelt heute pathetisch Klaus-Dieter Frankenberger in der FAZ online. Auch er versucht das schwierige Rätsel zu lösen, warum „populistische Parteien gegenwärtig soviel Erfolg haben“. Niemand weiß, woran das liegen kann. Das Problem ist mindestens so anspruchsvoll wie die bisher ungelösten Probleme der Mathematik. Es würde mich nicht überraschen, wenn der Klimawandel etwas damit zu tun hat. 


Alter Schwede…

„Zu lange wollten die regierenden Parteien die Herausforderungen nicht wahrhaben, die nun einmal mit einer so starken Zuwanderung einhergehen. Die Offenheit gegenüber Flüchtlingen war so tief verwurzelt im schwedischen Selbstverständnis, dass die leiseste Kritik an dieser Politik einen Tabubruch bedeutet hätte. Doch dieses Tabuisieren von Problemen hat die rechtsnationalistische Partei der Schwedendemokraten erstarken lassen, die diese thematische Lücke nun füllt. Seit 2010 sitzen die Schwedendemokraten auch im Riksdag – dabei war man in Schweden lange stolz darauf, im Unterschied zu den nordischen Nachbarn keine rechtsnationale Partei im Parlament vertreten zu haben. In den vergangenen Monaten haben die Schwedendemokraten derart an Rückhalt gewonnen, dass 20 Prozent der Bürger hinter ihnen stehen und sie nun die drittgrösste Partei formen.“

Quelle: Neue Züricher Zeitung

Wednesday, 9 December 2015

Je suis Troll

Herr Lobo, ich bekenne: ich bin ein Lobo’scher Troll. Haben Sie vor einiger Zeit noch das wöchentliche Hohelied über das fabelhafte Internet und seine kommunikativen Möglichkeiten gesungen, stellen Sie nun ernüchtert fest, dass nicht alle Diskutanten die richtige Ansicht vertreten und deshalb „trollen“, und zwar „von Donald Trump bis Frauke Petry.“ Mit diesem Von-Bis spannen Sie einen weiten Bogen vom Daumen bis zum kleinen Finger derselben Hand. Alle Achtung, das nenne ich Bandbreite.

Wer noch nicht genau weiß, welche Ansicht (Pluralität ist im Lobo’schen System nicht vorgesehen) die genau richtige ist, braucht nur bei Sascha Lobo nachzulesen: es ist seine eigene. 
Wenn etwa 5000 staatsfinanzierte Randalierer robust-pädagogische Maßnahmen gegen 200 Dresdner Spaziergänger ergreifen, geht das in Ordnung, denn diese 5000 vertreten, richtig, die gute, gültige Ansicht. Und wenn diese richtigen 5000 ihrer richtigen Ansicht durch Verbalinjurien in den einschlägigen Internetforen zu noch mehr Richtigkeit verhelfen, geht das in Ordnung. Aber richtig. 

Da abweichende Meinungen, auch wenn sehr moderat vorgetragen, per definitionem falsch sein müssen, werden sie von Hofschreiber Lobo als paranoid, rechtsextrem, ausländerfeindlich und islamophob bezeichnet. 

Herr Lobo, Ihre karnevaleske Irokesenfrisur macht sie noch nicht zum Aufmüpfigen. Sie müpfen nicht auf. Sie singen brav im Regierungschor. Ob Sie aber so lange brav weitersingen wie das Orchester auf der Titanic spielte, wage ich zu bezweifeln.  

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/soziale-medien-demokratie-knalleffekt-ersetzt-erkenntnis-kolumne-a-1066848.html

Die Pöbeleien im Internet

Natürlich wendet sich der in der eristiké téchne Geschulte angewidert ab, wenn er den Unflat in vielen Internetforen liest. Untersuchen wir aber die Struktur dieser Sprachunfälle, unterscheidet sich „die Hetze“ nur durch ihre abstoßende Vulgarität von den feinsten Polemiken der antiken Sophisten. 

Was wir zu lesen bekommen, ist die Eristik des Schulversagers. Die rhetorischen Figuren, von Gebildeten sprachlich virtuos und effektvoll eingesetzt, sind hier kümmerliches Gestottere. Trotzdem finden wir in diesen Sprachabfällen klassische Kunstgriffe:

Das argumentum ad hominem. Wenn das argumentum ad rem auf wackeligen Füßen steht, greift auch ein Staranwalt gerne zu diesem Mittel: so wird etwa die Glaubwürdigkeit eines Zeugen in Zweifel gezogen, indem eine frühere Verfehlung angesprochen wird. Beispiel:

Als Sie meinen Mandanten gestern um 22 Uhr zu sehen glaubten, waren Sie doch hoffentlich nüchtern? Ich frage Sie das nur, weil Sie vor 2 Jahren wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurden. In der 
Regel folgt dann ein Einspruch, weil diese Verurteilung nichts mit der Sache (res) zu tun hat. 

In den Pöbelforen geht es natürlich nicht so fein zu. Da sieht ein argumentum ad hominem so aus: „Du bist ein Nazi - du bist eine linke Sau“ etc. Obwohl die Diskutanten sich untereinander nicht kennen, lässt man sich auf ein argumentum ad rem gar nicht ein. 

Gerne wird auch die Technik des „Strohmann-Arguments“ angewendet. In den feineren Polemiken wird die Ansicht des Gegners zunächst verzerrt (etwa durch Auslassungen, Hervorhebungen von Teilaspekten), danach widerlegt und möglichst glaubwürdig gemacht, dass man nun damit die ursprüngliche (vollständige) These widerlegt hat. 



Die dumpfen Forenschreiber arbeiten ähnlich. Schreibt jemand drei ganze Sätze, die einen Zusammenhang haben sollen, greift sich der Gegner einen Halbsatzfetzen und schließt daraus: du bist eine Nazi-Sau. Der Beschimpfte muss sich nun ins Zeug legen und fordern, dass bitteschön sein ganzer Beitrag (3 ganze Sätze) gelesen werden müsse.    

Tuesday, 8 December 2015

Donald Trump ist ein Clown - deshalb kann er nicht Recht haben

Der Mann kommt aus dem Entertainment und benimmt sich auch so. Jeder Lacher, aber auch jeder Protest-Aufschrei ist ihm recht. Das bringt Einschaltquoten. Sein neuester Vorstoß lässt die ganze gute Welt aufbrüllen: Muslime sollten nicht mehr in die USA einreisen dürfen, bis klar ist, „was vor sich geht“. 

Die Käßmanns und Göring-Eckardts der Republik greifen heulend zu Flachmann oder Globuli. "Kippt Amerika in den Rechtsextremismus?" (Spiegel online)
Die Frage kann nicht ernst gemeint sein, denn den Linken und Grünen zu folge ist Amerika bzw. sind die USA Faschismus pur. Wenn das wahr ist, wäre „Präsident“ Trump doch nur die Bestätigung für diese Vorverurteilung, oder?

Selbstverständlich protestieren die Islamverbände in Amerika, die Muslime wieder einmal als Opfer präsentieren, obwohl die sehende Welt sie als mörderische Gefahr wahrnimmt. Natürlich sind nicht alle Muslime Terroristen, aber unter den Terroristen finden sich zur Zeit keine Hindus, Buddhisten, Christen oder Indianer. Und keine dieser Gruppen strebt ausdrücklich und auf Befehl ihres Propheten ein weltweites Kalifat an. 

Übrigens waren auch nicht alle Mitglieder der NSDAP - und die meisten Deutschen waren Mitglieder -  Judenmörder. Zugeschaut haben sie trotzdem. Genauso schauen heute die vielen Muslime den Propheten-Befehlsvollstreckern zu, ohne sich ernsthaft dagegenzustellen. In Deutschland demonstrieren Muslime artig gegen Juden und Klimaerwärmung. Gegen die Mörder aus den eigenen Reihen, die ausdrücklich im Namen dieser Gewaltideologie ihre Schandtaten begehen, geht kein Moslem auf die Straße. Wer darüber sich wundert oder gar schreibt, wird wegen „Toleranzkraftzersetzung“ an den Pranger gestellt.

Zurück zu Trump. Er möchte wissen, nicht glauben oder bauchfühlen, „was vor sich geht“, bevor er mutmaßlich gefährliche Menschen ins Land lässt. Natürlich verstößt das gegen die westliche Gesinnungsdoktrin, nicht aber gegen das, was man früher Vernunft nannte. Der Vernünftige wertet Beobachtungsdaten aus und leitet aus ihnen eine Handlungsanweisung ab. Wenn zum Beispiel neun von zehn Zoobesuchern regelmäßig von Löwen gefressen werden, wird der Vernünftige die Tiere sicher in einem Gehege unterbringen. Zoodirektorin Merkel würde dagegen noch mehr Löwen frei laufen lassen, damit die Löwen lernen, dass es viel netter ist, keine Zoobesucher zu fressen. 


Einige amerikanische Universitäten haben sich längst den muslimischen Friedensbringern angepasst und schleimen sich an, was das Zeug hält. Damit sich die Studenten, die hinter’m Halbmond leben, nicht beleidigt fühlen müssen, sind strenge Vorschriften bezüglich gewisser Feste erlassen worden. So dürfen Tannenbäume nur noch religionsneutral geschmückt werden. Verboten sind Kreuze, Engel, Jesusfiguren, bestimmte christlich konnotierte Schleifchenfarben, aber auch Davidsterne und Dreidel (Hanukka-Brauch) werden nicht geduldet. Wer auf der Verbotsliste muslimische Devotionalien vermisst, sollte das besser für sich behalten, sonst ist er ein intoleranter Hassprediger.  


 
Das verordnete Stockholm-Syndrom ante factum

Will man den derzeitigen Geisteszustand der sich selbst schädigenden und toleranzbesoffenen westlichen Welt beschreiben, bietet sich für mich das Stockholm-Syndrom an. Es beschreibt das paradoxe Verhalten mancher Opfer einer Geiselnahme: Geiseln, die oft wochen- bis jahrelang gefangen gehalten und schwer misshandelt wurden, entwickeln manchmal eine eigentümliche Zuneigung zu ihren Peinigern und empfinden gegenüber den grausamsten Tätern Dankbarkeit, zum Beispiel, wenn sie an einem Tag ausnahmsweise nicht verprügelt und vergewaltigt werden. Das geht soweit, dass befreite Geiseln die brutalen Geiselnehmer nicht einmal anzeigen wollen, weil diese sie doch am Leben ließen.

Wir können Jesus’ angebliches Gebot, auch seine Feinde (in diesem Fall die römische Besatzungsmacht) zu „lieben“, als verordnetes Stockholm-Syndrom interpretieren. In einer ausweglosen Situation mag es leichter sein, die Feinde zu akzeptieren als in ständiger Wut zu leben oder einen selbstmörderischen Kampf zu führen. 

Wir beobachten in unseren westlichen Gesellschaften eine von der Gesinnungsdiktatur verordnete Affektumkehr. Nicht die, die uns nach ihren eigenen lautstarken schriftlichen, mündlichen und explosiven Angaben hassen und uns vorschreiben wollen, wie wir zu leben haben, werden als Hasser wahrgenommen, sondern jene, die sich gegen diesen Hass zur Wehr setzen. 

Weil das Weihnachtsfest vor der Tür steht, bietet sich das Krippenspiel als sinnfälliges Beispiel an (ich weiß, das hatten wir schon). Wenn also die Lehrerin den verdutzten deutschen Eltern verkündet, dass dieses Jahr das Krippenspiel ausfällt, weil es intolerant sei und außerdem ältere islamische Schüler sich robust dagegen ausgesprochen hätten (die Lehrerin präsentiert stolz ihr blaues Auge), dürfen Sie nicht einmal erstaunt oder gar ärgerlich sein. Sie dürfen nicht nachfragen, warum dieser schöne Brauch, der seit Generationen in dieser Schule zelebriert wurde, nun plötzlich verboten wird. Die Lehrerin würde Sie ärgerlich angucken. Weil so ein Krippenspiel intolerant ist (während sie das sagt, kühlt sie ihr blaues Auge). 

Jetzt ist es für Sie an der Zeit, den Mund zu halten. Sollten Sie sich nicht zufrieden geben und fragen, warum wir uns von Gästen unseres Landes unsere Bräuche verbieten lassen, wären Sie sofort ein(e) Islam-HasserIn. Ihnen wird also Hass unterstellt. Dabei hassen Sie niemanden. Sie möchten nur auf ihre liebgewonnenen Bräuche nicht unbedingt verzichten.

So funktioniert die Gehirnwäsche seit vielen Jahren, und sie funktioniert gut. Außerdem gibt’s ohnehin keinen Grund, sich zu beschweren, schwärmt die umerzogene Lehrerin: die Kinder verkleiden sich als Bananen, und das Klima wird auch gleich mit gerettet, indem ausdrücklich keine Kerzen (CO2!) angezündet werden.  


Dazu noch ein Interview mit einem “abtrünnigen” Moslem, der in höchster Lebensgefahr schwebt:
“Wer meint, durch Appeasement den Ball flach halten zu können und den Terror durch interreligiösen Dialog einzudämmen, der irrt. Ich erinnere nur daran: So dachte Chamberlain in den dreißiger Jahren auch, dass man Hitler durch Entspannungspolitik zähmen kann. Ein tödlicher Irrtum.”

Ein Lügner glaubt keinem An dieses sehr tiefsinnige Sprichwort muss ich immer denken, wenn ich die Propaganda (in der Vor-Merkelzeit gab e...